Das friedliche Klassenzimmer.

Kinder der Schule Driescher Hof lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen

Aachen (ny). „Ich, Du, Wir - Halt: Ohne Gewalt!" Unter diesem Motto lernen zur Zeit Kinder der Grundschule Driescher Hof, Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen.
In fünf Aachener Grundschulen bietet die regionale Arbeitsstelle zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher (RAA) in diesen Wochen ihr interkulturelles Projekt für freundliche Klassenzimmer an.

Da gibt es an den Wänden bunte Papierfüße, die um die ganze Klasse laufen und am Ende bei 30 Köpfen landen, die mit guten Wünschen versehen sind. Ein Kopf stellt einen der 30 Klassenkameraden dar. Jeweils drei Kinder haben ihrem Mitschüler etwas unters Kinn geheftet, einen Wunsch, ein Dankeschön oder eine Vorliebe.

Da hat beispielsweise Alice geschrieben, dass sie es toll findet, das Görkem sie gut findet. „Die Schüler haben sich auf diese Weise gesagt, was sie am anderen schätzen", erklärt Renate Schmitz.

Was hat Irene, 9, in den ersten drei Tagen gelernt? „Dass ich ohne Gewalt mit jedem spielen kann", strahlt das nette Mädchen und zwinkert Görkem zu. Das Projekt in den Grundschulen will den Kindern zeigen, wie sie Konflikte vermeiden können. „Dabei ist die Ich-Stärkung des Einzelnen und das Wir-Gefühl in der Klasse eine zentrale Aufgabe", berichtet Schmitz.

Dass gerade diese Stärkung notwendig ist, weiß die Klassenlehrerin Vera Kniel. „In unserer Klasse gibt es deutsche, russische, polnische, türkische, italienische und belgische Kinder. Bei dieser multikulturellen Besetzung der Klasse bedarf es eines großen Verständnisse füreinander", erklärt Kniel.

Und dann sagen die Kinder im Chor den Zauberspruch: „Ich, Du, Wir - Halt: Ohne Gewalt!"

Aachener Nachrichten, 12.11.1998

"Ich - Du - Wir" Auf das Bettlaken haben die Kinder die Umrisse ihrer Hände gemalt, die sich an den Fingerspitzen berühren. "Das Wir-Gefühl in der Klasse ist eine zentrale Aufgabe", erklärt Renate Schmitz Foto: Harald Krömer Aachen 1998
"Ich - Du - Wir" Auf das Bettlaken haben die Kinder die Umrisse ihrer Hände gemalt, die sich an den Fingerspitzen berühren. "Das Wir-Gefühl in der Klasse ist eine zentrale Aufgabe", erklärt Renate Schmitz Foto: Harald Krömer