Mit einem Zauberspruch gegen die Gewalt an Schulen.

Das Projekt zur Gewaltprävention begeisterte die Schüler der Grundschule Nathratherstraße
Von Dorthe Becke

Vohwinkel. „Ich-Du-Wir-HALTOhne Gewalt", hört man 22 Kinderstimmen sagen: Das ist der Zauberspruch, der sie in den vergangenen vier Tagen begleitet hat. Gleichzeitig ist er auch der Titel des Projektes der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) zur interkulturellen Gewaltprävention.
An den vergangenen vier Tagen schlüpften 13 Neuntklässler der Gesamtschule Vohwinkel in die Lehrer-Rolle, um ' ihren Schützlingen von der Grundschule Nathrather Straße auf spielerische Weise Teamfähigkeit und gewaltloses Lösen von Konflikten näher zu bringen: Heute endet das Projekt; das in den letzten Tagen den Unterricht in der Zeit von 8 bis 11.30 Uhr ersetzte. Mit Spielen, Erzählungen und gemeinsamem Singen wurde den Grundschülern das Thema gewaltlose Konfliktbewältigung nahe gebracht.
Und was denken die Kleinen? „Mir hat das Malen der eigenen Namen am meisten gefallen", sagt die neunjährige Candice, „und mir das Spiel Heiße Kartoffel"', fügt der ein Jahr jüngere Leon hinzu. „Gestern haben wir mit einem Stimmungsbarometer den ersten Tag Revue passieren lassen, und die Schüler waren alle begeistert", bestätigt Klassenlehrerin Helga Hoppe, auch wenn die Problematik der Migrantenfamilien diesmal nicht so sehr im Vordergrund stand.
Entwickelt wurde das Projekt im Jahr 1998 von Renate Schmitz in der RAA Aachen und findet jetzt schon zum dritten Mal in ,Wuppertal statt, begleitet von Anna Licht (RAA Wuppertal). „Ziel ist es, dass die Kinder lernen, sich wert zu schätzen und dass Vorurteile, sprachliche Barrieren und Berührungsängste abgebaut werden", erklärt Anne Schneiders, Sozialpädagogin der Gesamtschule Vohwinkel.
Sie hat in Kooperation mit Britt Sommerfeld; Sozial- und Theaterpädagogin der schulpsychologischen Beratung, die beteiligten Schüler seit Oktober auf das Projekt vorbereitet, damit sie den Unterricht für die Jüngeren in eigener Regie gestalten können. Den Grundschülern waren ihre „Ohne-Gewalt-Paten" zunächst fremd, daher bekamen sie vor dem Projekt deren Steckbriefe zum Kennenlernen. Nach den vier Modultagen, die die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Förderung von Kommunikation, die Unterstützung der Kooperation und das Lösen von Konflikten beinhalten, bekommt jeder eine Urkunde und die Schüler der Klasse 3a formulieren ihre Wünsche für die Zukunft der Klassengemeinschaft:
„Dieses Thema ist niemals abgeschlossen und muss deshalb immer wieder in Erinnerung gerufen werden", gibt Schneiders abschließend noch zu bedenken. Daher wird das Projekt auch im nächsten Jahr wieder stattfinden. Weitere Informationen gibt es unter

www.wuppertal.de/raa

Wuppertaler Zeitung, 26.01.2006

Grundschüler machten beim Projekt zur Gewaltprävention mit. Foto: Uwe Schinkel
Grundschüler machten beim Projekt zur Gewaltprävention mit. Foto: Uwe Schinkel