Starke Kinder halten felsenfest zusammen.

Die Klasse 3 a der GGS Schönforst erhält Urkunden für ihre erfolgreiche Arbeit gegen Gewalt

Aachen. (gür) „Ich - Du = Wir. Halt, ohne Gewalt". Diesen „Zauberspruch" haben die 21 Kinder der Klasse 3a der Gemeinschaftsgrundschule Schönforst auch nach anderthalb Jahren noch im Kopf. Damals war Renate Schmitz erstmals in der Schule am Schwalbenweg, um mit den Kindern zu malen, basteln, singen und spielen. An den vier Tagen drehte sich alles um das Thema Gewalt, Streit und wie man damit, beziehungsweise ohne umgeht. Aus dieser Zeit konnten die Jungen und Mädchen, alle um die neun Jahre alt, auch noch das Lied „Starke Kinder". „Starke Mädchen haben Phantasie und Mut", heißt es in einer Strophe und die Jungs wissen: „Starke Jungs zeigen nicht nur Muskeln." Das interkulturelle Gewaltpräventionsprojekt „Ich - Du - Wir - ohne Gewalt" wurde vor drei Jahren von Renate Schmitz im Auftrag der „Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwanderfamilien" (RAA) mit finanzieller Unterstützung des „Bündnisses für Toleranz", dem Jugendhilfeausschuss und der Sparkasse ins Leben gerufen. Mittlerweile hat Schmitz 18 Gruppen betreut. Nach den vier Tagen, in denen sie in die Schulen geht, ist noch nicht Schluss: Sie hält Kontakt zu den Klassen, will wissen, wie sich die Arbeit weiter entwickelt. Die 3a bekam jetzt für ihre Teilnahme, aber vor allem für die Weiterführung des Projektes eine Urkunde verliehen. Stolz präsentierte man die Arbeit, die seit damals gelaufen ist. Tim und Simon zeigten in einem selbst erdachten Rollenspiel ein schlechtes Vorbild: Nach einem Streit gehen sie wütend auseinander. Sarah und Linda machen die Sache besser, sie vertragen sich schnell wieder. Milto aus Griechenland erklärt dann das Prinzip der „Streitdecke". Jeder hat vor anderthalb Jahren seinen Handabdruck auf die Decke gemalt und seinen Namen reingeschrieben. In der Mitte der Decke ist eine bunte Weltkugel aufgezeichnet. „Auf der ganzen Welt soll Frieden herrschen", weiß Linda zu diesem Symbol.
Gibt es nun Streit, wird das Problem friedlich gelöst, danach legen die Streithähne die Hände in ihren Abdruck und vertragen sich über der Welt miteinander. „Danach fühlt man sich auch besser", beschreibt Christos. Das „Ich" in dem Projekt steht für das gesteigerte Selbstwertgefühl des Einzelnen, das „Du" für die Kommunikation untereinander und das „Wir" für die gemeinsamen Lösungen. Die Regeln, die vor anderthalb Jahren zusammen aufgestellt wurden, hat jedes. Kind unterschrieben und versucht sie auch heute noch einzuhalten.
„Natürlich gibt es auch heute noch Streit, aber wir können besser damit umgehen", erläutert Klassenlehrerin Angelika Tesch den Erfolg des Projektes. „Wir überlegen uns auch Maßnahmen, wenn jemand die Regeln gebrochen hat", erzählt sie weiter. Die Kinder in der 3a halten sich an das Gelernte. „Du hast die Unterschiede aller Kinder als Schatz entdeckt", heißt es auf der Urkunde und die Mädchen und Jungen aus fünf Nationen wissen, was damit gemeint ist. Der Bedarf, so Schmitz, sei hoch. Für Informationen wendet man sich an die RAA unter (0241) 9005910.

Aachener Zeitung, 30.06.2001

Die Schüler der GGS Schönforst erhielten eine Urkunde für Aktionen gegen Gewalt. Foto: Kurt Bauer Aachen, 2001
Sind zurecht stolz auf ihre Arbeit: Die Schüler der GGS Schönforst erhielten eine Urkunde für Aktionen gegen Gewalt. Foto: Kurt Bauer